Image and video hosting by TinyPic
 
Neugierige online

The current mood of Iri at www.imood.com

Letztes Feedback

Meta



Gratis bloggen bei
myblog.de





 

My honest advice

Au Pair sein ist hart. Kinder haben ist vermutlich auch hart, aber du gibts dafür nicht dein ganzes Leben auf, auch wenn Eltern das gerne überdramatisch so sagen.
Fakt ist du gibst dein Leben auf. Du reist um die halben Welt lässt deine Familie, all deine Freunde,eventuell einen Freund, einen eventuellen Freund zurück und kommst in eine dir fremde neue Familie.
Sie haben süße Kinder und es ist alles wahnsinnig aufregend und du verliebst dich in sie und ihre Kinder. Du versuchst alles alles alles um sie glücklich zu machen, und sie wollen auch das du glücklich bist!
Sie lassen dich bei dir wohnen, kochen für dich, zeigen dir ihr Land.
Aber es gibt so viel, dass du dir vorher nicht überlegst! Du denkst nicht drüber nach, dass deine Freundin bei Liebeskummer nicht mal eben mit Alkohol und ner Packung Zigaretten vor der Tür steht, du denkst nicht darüber nach, dass du nicht immer wann du Bock drauf hast Freunde zum übernachten da haben kannst, du denkst nicht darüber nach, dass du nicht laut trampelnd, schreiend und singend in deinem Zimmer rumlärmen kannst, wie es dir passt.
Du denkst erst recht nicht drüber nach, dass du deiner Gastmum nicht ins Gesicht sagen kannst, dass sie grad nervt und du deine Ruhe willst, sie ist eben doch, egal wie eng ihr miteinander seit, wie sehr ihr euch vertraut, euch versteht und miteinander Witze macht, deine Gastmum und nicht deine Mama.
Du denkst nicht drüber nach, dass du selbst, wenn du 18,19,20,21 egal wie alt wirst, an deinem Geburtstag doch gerne wie eine 5-Jährige mit Kuchen und Geschenken behandelt werden möchtest, das aber nicht bekommst, weil du nun einmal am anderen Ende der Welt wohnst und 20 Jährige AuPairs eben nicht behandelt werden, wie 5 Jährige Töchter.
Du denkst nicht darüber nach, dass dir 1,2 oder gar 7 Stunden Arbeit, die du eigentlich nicht machen müsstest, nichts ausmachen, im Gegenzug aber auch nicht mit einer netten Geste, sondern höchstens mit genau derselben Anzahl von Stunden ausgeglichen werden, egal ob du dich dafür um 6 aus dem Bett gequält hast, oder dir, die in der Mitte des Tages gelegen Stunden deinen ganzen Plan für den Tag zerschossen haben.
Dieser Bericht soll nicht falsch interpretiert werden. Ich bin NICHT unglücklich. Ich bin auch nicht himmelhochjauchzend glücklich. Ich bin zufrieden würde ich sagen.
Ich weiß eigentlich gar nicht so ganz genau was ich hiermit sagen will, ich hatte nur heute einen Tag, an dem mal wieder alles aus mir rausplatzen wollte, dass mir auf die Nerven geht, aber ich weiß nicht, ob es an mir liegt und ich einfach zu nett bin und alles mit mir machen lasse (obwohl ich immer allen anderen predige das JA nicht zu machen) oder ob ich damit richtig liege, dass sie es einfach nicht so meinen sondern selbst so erledigt sind, dass sie alle Erholung nehmen, die sie kriegen können.
Situation war folgende,
Christine ist ja wie in meinem letzten Bericht erwähnt dieses Wochenende nicht zu Hause. Sie hatte mich aber bevor sie geflogen ist gefragt ob ich Jim am Wochenende ein bisschen entlasten könnte, weil er von Montag bis Freitag von 6-6 bei der Arbeit ist und die Mädchen echt viel hatte die letzen Wochen weil Christine so oft weg war. Wie auch immer, ihr Vorschlag war, dass ich wenn die Mädels schlafen zu Jim sage, er soll gehen und irgendwas machen.

Nun Freitag fing ich um 6 Uhr morgens an zu arbeiten, weil Jim ja auch zur Arbeit musste. Dann sagt er: 'Was ist eigentlich mit morgen?' Ich dann:' Wie was soll mit morgen sein?' 'Ja ich dachte du könntest die Mädels morgen n bisschen nehmen, damit ich einkaufen gehen kann und so. Ich dachte so 3-4 Stunden von 2-6'
Weil ich nie nein sagen kann ich also 'K'

Heute morgen, nachdem ich schon relativ früh wach war und schon bisschen gechillt hatte, bin ich also um 11 runtergegangen weil ich keine Lust hatte von 2-6 zu arbeiten, sondern lieber ein bisschen früher damit ich auch früher fertig bin.
Sage also zu Jim 'Ja wenn du willst, dann geh jetzt mal und mach dein Ding' und er sagt, 'K dann geh ich'
Ich also ganz normal den Tag durchgezogen wie sonst auch.

Jim kommt um 2 wieder zurück geht hoch und legt sich hin zum schlafen. Ich saß im Wohnzimmer, weil ich beide Mädels zum Schlafen hingelegt habe. Mit Annika und Lena geskyped, dachte da noch 'hmm, k. Vielleicht wartet er nur bis die Mädchen wach sind.' Um 3 wachen beide gleichzeitig auf. Maggie kommt runter, ich hole Charlie, wir schnacken noch ein bisschen mit Lena und gehen dann (ich muss zugeben ich war schon relativ genervt) raus in den Garten.

Wie wir so gehen ruft Maggie 'Ich glaub jemand kommt die Treppe runter' Fälschlicherweise habe ich da ein bisschen Hoffnung geschöpft ich könnte zumindest noch einen halben freien Tag genießen (4 Stunden waren definitv um) aaaaber Pustekuchen, Jim hat beschlossen eine Radtour zu machen, ohne es für nötig zu befinden mir Bescheid zu sagen. Er kam dann zufälligerweise in den Garten, wo wir saßen um die Luftpumpe zu holen, so erfuhr auch ich dann von dem Plan. Er sagte, er sei in einer Stunde zurück.

Ich inzwischen auf hundertachtzig scheuche die Mädchen wieder rein gebe Charlie ne Flasche und Maggie ihren Snack und beschließe, weil es ja eh so aussah als würde ich auch den Rest des Tages arbeiten mit den beiden in den Park zu gehen. Mache also alles fertig. Maggie geht auf Klo, zieht sich Schuhe an. Wir kommen grade aus der Haustür und siehe da, Papa ist schon zurück.
Ich dann natürlich gedacht 'Aaaah jetzt ist aber Schluss, jetzt nimmt er die Kiddies' WIEDER falsch gedacht.

Da stehen wir vier da, ich mit Windeltasche über der Schulter und dem Baby im Arm. Maggie sichtlich glücklich das Papa schon wieder da ist und Papa erledigt vom Radfahren. Irina macht keine Anstalten sich zu bewegen, weil sie nur auf das 'Go' wartet, sich zu entfernen.

Stille

Stille

Stille

D:'Oh,You guys wanna go to the park?'
M:'YEEAH, are you going with me Daddy??'
I:'Yeah, I thought I'd take them cause you were gone, but now that youre back...'
D:'Ohh no no, thats fine, you guys go ahead. I'll come and meet you there!'

HALLOOOHOO? Freier Tag undso??

Nichts da. Ab in den Park mit den Kindern. Ich weiß nicht wie viele von euch mich auf diese Art kennen, aber wenn ich über einen bestimmten Punkt von Wut weg bin, dann hab ich einfach nicht mehr genug Worte, oder in diesem Falle Gedanken, dann fange ich einfach an zu heulen! Nicht weil ich traurig bin, nein ich bin einfach SO SO wütend, dass ich heule weil schreien nicht mehr helfen würde! Ich bin nicht besonders stolz darauf, aber das ist genau das was ich dann auf dem Weg zum Park erstmal gemacht habe. Losgeheult weil schreien nicht mehr geholfen hätte! Thank God für Sonnenbrillen und besonders für niedliche Kinder die dich anlachen und mit dir spielen egal wie scheiße du drauf bist. Nachdem ich also über den Vor-Wut-Heulen-Teil des Tages weg war hatte ich ne Menge Spaß im Park. Maggie und Charlie sind da echt immer super süß, man hat andere Erwachsene um sich rum zum reden, das ist gut.
Charlie ist so super witzig. Sie zeigt jetzt auf alle Dinge und warte dass du ihr sagst was es ist. Dann versucht sie es auch zu sagen und gibt dann relativ schnell wieder auf.

Beispiel:
'DA!'
'Birds. biiiirds. birds. biiirds.'
'DA!'
'Biiiirds. birds.'
'b...b...bi...DA!'

Jim kam dann so um viertel nach fünf auch rüber und wer erwartet, dass ich dann nach Hause gehen konnte liegt ganz falsch. Ich konnte nicht.
Ich muss ehrlich sagen egal wie wütend und angepisst ich bin, am Ende des Tages kann ich es einfach nicht übel nehmen, weil ich genau weiß, wie scheiße es ist wenn man sie die ganze Zeit für sich alleine hat.

Es ist wirklich viel entspannter wenn noch jemand da ist, ABER es sind nicht meine Kinder, ich brauche auch mal Zeit für mich und wenn sie von mir 'verlangen' dass ich mehr gebe als ich muss möchte ich auch mehr zurück bekommen als sie geben müssten. Ich rede nicht von Geld oder mehr Freizeit wann anders. Aber ein bisschen Anerkennung oder eine kleine Geste würden es schon besser machen.

Dann wiederrum, wie soll man von Leuten, die schon das Gefühl haben zu wenig Zeit mit ihren Kindern zu verbringen, erwarten dass sie mehr Zeit opfern um dich 'zufrieden' zu stellen.
Mein Lieblingsbeispiel ist da immer mein Geburtstag. Der war irgendwie traumatisch für mich. Ich mag meine Geburtstage, wie sie zu hause sind. An meinem Geburtstag sitzen wir mit der ganzen Familie und trinken Kaffee und essen Kuchen. Das ist cool. Dieser Geburtstag war Mist. Christine wollte mit mir ins Musical gehen und hat mich gefragt ob ich die einen Karten will oder die anderen (weiß nicht mehr welche Stücke es waren) weil ichs nicht kompliziert machen wollte, hab ich gesagt, ist mir beides recht. Im Endeffekt hat sie dann einfach gar keine besorgt, was irgendwie echt behindert war. Es geht gar nicht um den Geldwert oder so, aber was ist das denn für eine Geste? Kuchen gabs auch nicht, nicht mal einen Muffin ( Dazu muss man sagen, die beiden Lütten haben zu ihren Geburtstagen beide fette Torten aus der Bäckerei bekommen. Auch das habe ich nicht erwartet, das ist wirklich teuer. Aber Christine ist der Typ der rein aus Lust und Laune dreimal die Woche Kuchen oder Muffins bäckt. An meinem Geburtstag ging das nicht?) Abends sind wir essen gegangen was echt nett war , aber mit mir wurde den ganzen Abend kaum geredet, weil Christine und Holli etwas bequatschen mussten von dem ich keine Ahnung hatte. Ich saß also in einem schönen Restaurant in Manhatten, habe echt toll gegessen und Gespräche mit mir selbst geführt.
-Natürlich nur in meinem Kopf.
Ich will nicht undankbar erscheinen, aber zu hause und Kuchen wär mir lieber gewesen.

Zum Schluss nun die beiden Fragen beantwortet, die euch vermutlich auf der Seele brennen:
Nummer 1: Warum sage ich nichts zu Christine und Jim?
Weil ich weiß, dass sie sehr besorgt um mich sind und nicht wollen, dass ich mich fühle, wie ich mich fühle und ich nicht möchte dass sie sich schlecht fühlen. Würde ich genau das erklären was ich hier aufschreibe, würden sie bei allem was sie tun und sagen von nun an darüber nachdenken, und das möchte ich nicht. Das wär mir auf Dauer auch zu anstrengend, ich will ja nicht dass mich jemand 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche betüdelt.

Nummer 2:
Warum schreibe ich all das dann auf meinem Blog?
Ich habe das Gefühl, dass Menschen das Aupair sein idealisieren und nicht genug reflektieren bevor sie es anfangen. Ging mir ja auch so.
Außerdem war Mandy auch sehr sehr überrascht davon wie es tatsächlich ist (nämlich überhaupt nicht so wie sie dachte) und das war noch ein weiterer Grund dafür dass ich dachte ich muss mal etwas schreiben, dass etwas klarer darstellt, wie es ist. Heute war nun der Punkt erreicht an dem ich genug zu sagen hatte. Ich muss sagen, während ich den Bericht geschrieben hab musste ich teilweise laut los lachen, weils einfach SO beknackt und filmreif ist.

Fest steht:
AuPair sein ist gut. Es macht dich reich. Nicht so sehr Geld-reich sondern Erfahrungs-reich. Du lernst eine Menge über dich selbst, Vertrauen, Liebe und Freundschaft. Das hört sich jetzt an wie ein Spruch aus einem Glückskeks (von denen ich dank meiner neuen Leidenschaft für Sushi im Moment eine Menge lese) ist aber wirklich so. Du merkst wem du am Herzen liegst und du merkst -leider- auch wem du nicht am Herzen liegst. Aber das ist gut, du kannst dich und deine Beziehungen sortieren und als das beste du zurück kommen dass du sein kannst. Du kannst Freundschaften hinter dir lassen, die dir nicht mehr gut tun und oder nie gut getan haben und du kannst andere mehr wertschätzen als vorher.

Ich denke das wars mit meinen schlauen Sprüchen für heute. Aber wer weiß, vielleicht kommt ja bald mehr?

Miss America am 23.5.10 02:17

bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


(26.5.10 21:59)
Liebe Irina, da hast du dir aber was von der Seele geschrieben, aber tut sicher auch mal gut. In Managerkreisen spricht man von einem latenten burn out syndrom. Ich denke du solltest das doch mal nett anklingen lassen, dass du die gleichen Freiräume brauchst, die sich auch andere nehmen, weil sie sich auf dich verlassen können. Auto ist fertig und Bewerbung auf dem Weg. Hast du eigentlich noch Freizeit wenn ich da bin, ansonsten habe ich auch nichts dagegen und wir unternehemn was mit den Kiddies. Dann kann ich mich auf mein Opadasein schon einstellen. GLG Papa


Michael (28.5.10 19:53)
Moin Irina,
bin gerade aus Ägypten zurück. Wir hingen noch einen Tag in Hurgada (Sebastian, Rolf, Mario, Olaf, Tobias und ich)fest. Die Maschine von Condor war bei dem Kurzflug von Sharm El Sheikh nach Hurgada defekt (Bordcomputer). Als dann wieder alles i.O.war kam noch ein heftiger Wüstensturm dazu und der Flughafen wurde geschlossen. So waren wir dann alle "stranded passengers" und wurden in ein Hotel gekart.
Der Rückflug heute morgen um 4:30Uhr MEZ war dann aber i.O., sind dann glücklich um 09:00Uhr in HH gelandet.
Montag muss ich jetzt auch wieder arbeiten.
Weiterhin viel Freude und gute Erfahrungen in US, auch wenn nicht immer alles toll ist und einem die Sache dann auch vielleicht mal unmerklich über den Kopf wächst. Aber du wirst das "Kind schon schauckeln" (passt irgendwie :-) ) Schön ist aber doch zu wissen, was man alles in good old Germany hat und das immer jemand da ist, wenn man ihn braucht !
Bis die Tage
Michael

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen